Wie viel Netto bleibt einem Azubi 2026?
Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Auszubildenden zahlen keine Lohnsteuer. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 € im Jahr – eine typische Ausbildungsvergütung zwischen 724 € und 1.200 € monatlich bleibt darunter. Was trotzdem jeden Monat vom Brutto abgeht, sind die Sozialabgaben: Sie werden ab dem ersten Euro fällig.
Konkret zahlt du als Azubi folgende Arbeitnehmeranteile:
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
- Krankenversicherung: ca. 8,55 % (inkl. durchschnittlichem Zusatzbeitrag)
- Pflegeversicherung: ca. 1,7 % (2,3 % wenn kinderlos und über 23)
Zusammen sind das rund 20,9 % deines Bruttogehalts – bei 800 € also etwa 167 €, sodass ca. 633 € netto übrig bleiben. Erst wenn dein Jahresbrutto (abzüglich Werbungskostenpauschbetrag) den Grundfreibetrag übersteigt – etwa ab 1.130 € monatlich –, wird zusätzlich Lohnsteuer fällig.
Mindestausbildungsvergütung 2026
Seit 2020 gibt es eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. 2026 beträgt sie im 1. Lehrjahr 724 € monatlich und steigt in den Folgejahren: +18 % im zweiten, +35 % im dritten und +40 % im vierten Lehrjahr. Tarifverträge sehen häufig höhere Beträge vor – ein Blick in deinen Ausbildungsvertrag lohnt sich.
Tipps für Azubis
Auch ohne Lohnsteuer lohnt sich oft eine Steuererklärung: Werbungskosten wie Fahrtkosten zur Berufsschule, Fachbücher oder Arbeitskleidung können zu einer Erstattung führen, falls doch Lohnsteuer einbehalten wurde. Prüfe außerdem, ob du Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) hast, wenn dein Gehalt plus eventuelle Unterstützung der Eltern nicht zum Leben reicht.